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Spannende Neuwahl bei der Feuerwehr Riegelsberg

Losentscheid bestimmt neuen Löschbezirksführer

Riegelsberg. Bei der Riegelsberger Feuerwehr stand kürzlich die Neuwahl der Löschbezirksführung an. Die Wahl versprach von Beginn an spannend zu werden – und sie hielt dieses Versprechen bis zum Schluss.

Zur Wahl des Löschbezirksführers traten zwei engagierte Kameraden an: Löschmeister Oliver Mayer und Oberlöschmeister Sascha Prentzell. Im ersten Wahlgang gaben die Mitglieder der Wehr 52 gültige Stimmen ab – beide Kandidaten erhielten dabei jeweils 26 Stimmen. Damit war klar: Ein zweiter Wahlgang musste her.

Auch dieser brachte keine Entscheidung. Von 54 abgegebenen, gültigen Stimmen entfielen erneut jeweils die Hälfte auf beide Bewerber. Eine absolute Pattsituation – und somit lag die Entscheidung letztlich in den Händen von Bürgermeister Klaus Häusle, der als Chef der Wehr per Losentscheid den neuen Löschbezirksführer bestimmen musste.

Das Los fiel schließlich auf Oliver Mayer, der nun offiziell die Leitung des Löschbezirks Riegelsberg übernimmt.

Im Anschluss erfolgte die Wahl der beiden Stellvertreter. Hier stellten sich Brandmeister Matthias Martini und Oberlöschmeister Jannik Becker zur Wahl. Beide erhielten die Mehrheit der Versammlung und wurden in ihre neuen Ämter gewählt.

Bürgermeister Häusle überreichte der neu gewählten Löschbezirksführung die Ernennungsurkunden und wünschte dem Führungsteam viel Erfolg, Engagement und stets ein gutes Händchen bei ihren Entscheidungen.

Bildbeschreibung: v.l.n.r. Wehrführer Christian Ruloff, stv. WF Jens Hassel, Oliver Mayer, Matthias Martini, Jannik Becker, Bürgermeister Klaus Häusle

Text und Foto: S. Kausch, Pressesprecher

„Wasserentnahme am offenen Gewässer bei Niedrigwasser!“

So lautete das Thema der gestrigen Übung des Löschbezirk Walpershofen.

Ziel der Übung sollte es sein, eine Wasserversorgung bei Niedrigwasser aus der Köllerbach im Bereich der „Dorfmitte am Bach“ herzustellen. Hierbei wurde auch der neu beschaffte Saugkorb Amphibio der Firma Rosenbauer eingesetzt.

Auf einfache Art und Weise stellt dieser spezielle Saugkorb sicher, dass möglichst sauberes Wasser angesaugt wird, jedoch nicht Verunreinigungen und Fremdkörper, welche häufig die Ursachen für Pumpendefekte sind.

Im Betriebszustand ist dieser Saugkorb in etwa zur Hälfte im Wasser eingetaucht. Auf der Wasseroberfläche schwimmende Verschmutzungen sammeln sich um den Schwimmkörper an. Somit wird weder Schmutz von der Oberfläche, noch Schmutz vom Boden angesaugt. Ein Ansauggitter verhindert den Eintritt von größeren Fremdkörpern, die zu Beschädigungen führen können.

Der Amphibio eignet sich daher laut Herstellerangaben besonders für:

•die Wasserentnahme aus allen, mit bisherigen Lösungen nicht nutzbaren offenen Gewässern,

•starken Flussströmungen oder bei sandigem Untergrund und

•für das Leerpumpen von Kellern ab 2 cm Wassertiefe.

Zügig wurde während der Übung also die Tragkraftspritze des Gerätewagens mit einer Saugleitung aufgebaut. Zeitgleich wurde durch die Mannschaft des Walpershofer Löschfahrzeuges ein Löschangriff mit mehreren Rohren aufgebaut. Dann hieß es – “ Wasser-Marsch!“

Während der gesamten Übung stand zu jeder Zeit trotz Niedrigwasser genügend Löschwasser zur Verfügung und das neue Gerät funktionierte hervorragend. Mit den herkömmlichen Saugkörben wäre bei solch einem Wasserstand an der Köllerbach keine Wasserentnahme in dieser Menge möglich gewesen, mit dem neuen Saugkorb können nun pro Minute bis zu 2700 Liter Löschwasser gefördert werden.

Ein offenes Gewässer (Weiher oder Bach) ist generell gut dazu geeignet die Einsatzkräfte mit Löschwasser zu versorgen. Insbesondere in etwas abgelegenen Gebieten ohne Wasserleitungen oftmals die einzige Möglichkeit eine stabile Wasserversorgung aufzubauen.

Übrigens: Die Tragkraftspritze die während der Übung eingesetzt wurde, kann bis zu 1500 Liter Wasser pro Minute fördern.

Einsatz-Bilanz 2024 der Feuerwehr Riegelsberg

Viel Arbeit gab es im vergangenen Jahr für die Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr Riegelsberg. Insgesamt wurde die Feuerwehr Riegelsberg im abgelaufenen Jahr 95 mal von der Haupteinsatzzentrale in Saarbrücken alarmiert. Hierbei mussten durch die beiden Löschbezirke Riegelsberg und Walpershofen über 250 Einsatzstellen abgearbeitet werden.

Mehrere Unwetterlagen mit Hochwasser (Pfingsten), drei große Starkregenereignisse und einem Eisregen beschäftigen die beiden Löschbezirke jeweils über mehrere Stunden bzw. Tage.

Beim großen Pfingsthochwasser musste die Feuerwehr Riegelsberg an über 130 Einsatzstellen in beiden Ortsteilen tätig werden. Die Kameradinnen und Kameraden waren hier sogar an drei Tagen so gut wie Rund um die Uhr im Einsatz. Während des Hochwassers konnten durch die Feuerwehr mit Unterstützung des THW, DLRG und DRK insgesamt 44 Personen gerettet bzw. in Sicherheit gebracht werden. Davon 41 Personen mit Booten und Strömungsrettern durch die DLRG.

Aber auch im normalen Feuerwehr Alltag gab es wiederum viel zu tun.

Ein Kellerbrand in einer Senioreneinrichtung endete, trotz erheblichem Sachschaden, glimpflich für die vielen Bewohner. Weniger glimpflich endeten dabei zwei Wohnhausbrände im Mai und November, wo im nachhinein für jeweils eine Person jede Hilfe zu spät kam. Ebenfalls mussten mehrere kleinere Brände wie zum Beispiel Brände von Mülltonnen, Flächen, Schuppen/Gartenhaus oder KFZ Brände gelöscht werden.

27 mal rückte die Feuerwehr auch zur Unterstützung des Rettungsdienstes (z.B. Türöffnung, Personenrettung mit Drehleiter) aus. 5 mal musste die Feuerwehr Riegelsberg in der Gemeinde Heusweiler unterstützen, unter anderem beim Brand eines Autohauses im Januar.

10 mal wurden beide Löschbezirke zu ausgelösten automatischen Brandmeldeanlagen alarmiert. Der Rest der Alarmierungen gliedert sich in Tierrettung, Verkehrsunfälle bzw. Unfälle oder Auslaufen von Mineralölen, Sturmschäden (umgestürzte Bäume) oder ausgelösten Heimrauchmeldern.

Text: Pascal Altmayer und Volker Klein

Foto Collage: Pascal Altmayer

Jahresbilanz 2020 der Freiwilligen Feuerwehr Riegelsberg

79 Einsätze im Jahr 2020, bei denen 13 Menschen gerettet werden konnten.

Die ehrenamtlichen Feuerwehrangehörigen der Freiwilligen Feuerwehr Riegelsberg blicken auf ein außergewöhnliches Jahr zurück. Auch die Feuerwehr wurde durch die Corona-Pandemie gezwungen, in ihrer täglichen Arbeit umzudenken. Zur Sicherstellung der Einsatzbereitschaft musste der Übungs- und Ausbildungsbetrieb zeitweise über Wochen eingestellt werden, beziehungsweise konnte er lediglich in Kleingruppen oder während Onlineschulungen stattfinden. Hiervon betroffen waren auch alle Gruppenstunden und Freizeitaktivitäten der Jugendfeuerwehr und der Kinderfeuerwehr.

Trotz vieler Einschränkungen hatten die Einsatzkräfte im abgelaufenen Jahr trotzdem alle Hände voll zu tun. Die Frauen und Männer der beiden Löschbezirke Riegelsberg und Walpershofen, wurden zu insgesamt 79 Einsätzen alarmiert, bei denen insgesamt 13 Menschen gerettet werden konnten. Besonders Erwähnenswert ist hierbei der schreckliche Wohnungsbrand in der Überhofer Straße im Mai, bei dem zwei von der Feuerwehr gerettete Personen, wenig später im Krankenhaus an ihren schweren Verletzungen verstarben. Zu einem Großbrand kam es im Juli auf einem Feld zwischen Riegelsberg und Walpershofen. Eine Ballenpresse war hier in Brand geraten und das Feuer breitete sich sehr schnell auf große Teile der Ackerfläche aus. Knapp 100 Feuerwehrangehörige aus Riegelsberg, Walpershofen, Heusweiler und Saarbrücken kamen hierbei zum Einsatz. Großes Glück hatte ein Fußgänger bei einem Einsatz in Walpershofen. Der Mann stürzte in einer Nacht im Mai einen 15 Meter tiefen Abhang herunter und musste von der Feuerwehr aus dem Bachlauf der Köllerbach gerettet werden. Der Unfall endete glimpflich für ihn. Mit kleineren Verletzungen und einer leichten Unterkühlung kam er in ein Krankenhaus.

Bei den insgesamt 79 Alarmierungen handelte es sich um 17 Brände, 40 Technische Hilfeleistungen, 2 Einsätze im Zusammenhang mit Tieren, 10 Sonstige Einsätze und 10 Fehlalarme. Dabei wurde der Löschbezirk Riegelsberg 75 mal gefordert und der Löschbezirk Walpershofen 38 mal. Die beiden Lockdowns, Kurzarbeit und Arbeiten im Homeoffice hatten sich dabei etwas positiv auf die Einsatzbereitschaft der Löschbezirke ausgewirkt, da sich zahlreiche Feuerwehrangehörige häufiger zuhause aufhielten als üblich.

Der Freiwilligen Feuerwehr Riegelsberg gehören derzeit 91 Aktive Mitglieder an – 66 Frauen und Männer sind es im Löschbezirk Riegelsberg und 25 im Löschbezirk Walpershofen, 32 Mädchen und Jungen der Jugendfeuerwehr (25 Riegelsberg, 7 Walpershofen), 5 Kinder in der Vorbereitungsgruppe der Kinderfeuerwehr und 33 Mitglieder in der Alters- und Ehrenabteilung.

Für die Erfüllung der Pflichtaufgaben (Vorbeugender Brandschutz, Abwehrender Brandschutz, Technische Hilfeleistung, Umweltschutz und Menschenrettung) stehen der Feuerwehr 10 Einsatzfahrzeuge mit diversen modernen Gerätschaften zur Verfügung. Besonders erfreulich ist hier die Neubeschaffung eines Kommandowagens für die Wehrführung. Das Fahrzeug wurde im Frühjahr 2020 vom „Chef der Wehr“, Bürgermeister Klaus Häusle, an den Wehrführer Volker Klein übergeben.

Oberbrandmeister Karlheinz Schmidt (langjähriger Löschbezirksführer und Gerätewart im Löschbezirk Riegelsberg) wurde zum Hauptbrandmeister befördert und wechselte an seinem 65. Geburtstag Altersbedingt in die Altersabteilung. Zu seinen Ehren wurde ein kleiner Empfang mit einer Ehrenformation organisiert.

Wer bei der Feuerwehr mitmachen möchte, ist jederzeit herzlich willkommen. Kinder von 6-8 Jahren können in der Kinderfeuerwehr mitwirken, Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 16 Jahren in der Jugendfeuerwehr und Erwachsene zwischen 16 und 50 Jahren sind bei der Aktiven Feuerwehr willkommen.

Kontakt: Wehrführer Volker Klein
Email: v.klein@ff-riegelsberg.de
Telefon: 0177 2153249
oder über den Messenger unserer Facebook Seite.

Bundesweiter Warntag Bedeutung der Sirenensignale:

Im Hinblick auf den kommenden bundesweiten „Warntag“ am 10. September wollen wir Ihnen die Bedeutung der Sirenensignale in Erinnerung rufen.
Erstmals seit der Wiedervereinigung der Bundesrepublik Deutschland und der ehemaligen DDR findet am 10. September 2020 zwischen 11:00 Uhr und 11:20 Uhr ein bundesweiter Probealarm mit anschließender Entwarnung statt. Hierzu werden alle vorhandenen Warnmöglichkeiten wie Radio, Fernsehen, soziale Medien, die Warn-App „NINA“, digitale Werbetafeln, aber auch die vorhandenen Sirenen genutzt. Geplant ist, dass dieser bundesweite Warntag jährlich, immer am zweiten Donnerstag im September, stattfinden soll.
Der Warntag soll die Wirkung haben, dass die Warnanlässe bekannter gemacht und die damit verbundenen Verhaltensregeln der Bevölkerung näher gebracht werden sollen. Wichtig ist, dass die Bevölkerung unabhängig von ihrem Aufenthaltsort in Deutschland bei entsprechender Gefahr durch gleiche Sirenensignale gewarnt und wieder „entwarnt“ wird und daher die Bedeutung der Sirenensignale kennt. Entsprechend gibt es bundesweit einheitliche Handlungsempfehlungen. Die Wichtigkeit und Aktualität zum Thema Alarmierung zeigt sich aktuell auch im Zusammenhang mit dem Coronavirus in diesem Jahr.
Anlässe für eine Warnung können vielfältiger Natur sein. So können beispielsweise ein Brand, das Auftreten von radioaktiver Strahlung, aber auch Stromausfälle oder die Warnung vor Naturgefahren wie Erdbeben oder Überschwemmungen Grund für eine Alarmierung sein.
Je nach Gemeinde findet eine Überprüfung der Sirenen wöchentlich oder monatlich an einem bestimmten Tag immer um die gleiche Uhrzeit statt. Oftmals erfolgt die Alarmierung der Feuerwehr „still“ über einen Meldeempfänger, den jeder Feuerwehrangehörige mit sich führt. Oftmals bekommen Sie als Mitbürger den Feuerwehreinsatz nur im Rahmen der Alarmfahrt mit, bei der normalerweise mit Blaulicht und Sondersignal (Martinshorn) zur Einsatzstelle ausgerückt wird.
Zurück zur Bedeutung zum Sirenenalarm und der Bedeutung der verschiedenen Sirenensignale:

Die Feuerwehr Riegelsberg im Wandel der Zeit

Immer Mittwochs wollen wir Ihnen gerne ein paar Einblicke geben auf Fotos aus unserem Foto Archiv.

Wir wollen Ihnen so, unsere Historie und die Veränderungen bei der Feuerwehr Riegelsberg, im Laufe der Zeit etwas erläutern.

Die Feuerwehr vor – und während des 2. Weltkrieges

Die Feuerwehren waren immer schon wichtiger Teil der örtlichen Infrastruktur und des Vereinslebens. Auch sie wurden, nach der Machtergreifung Hitlers, ab 1935 immer mehr organisatorisch auf Krieg vorbereitet. 1936 wurden letztendlich die bis dahin bestehenden Feuerwehr Vereine überall aufgelöst und zu einer Amtsfeuerwehr zusammengeführt. Die Feuerwehr wurde von nun an mit dem offiziellen Namen Feuerschutzpolizei bezeichnet. Die Fahrzeuge, die von der Regierung zugeteilt wurden, trugen Polizei Kennzeichen und waren meist auch in grün lackiert. In der Folge bedeutete dies für die Feuerwehren aus Riegelsberg und Walpershofen, organisatorisch betrachtet, gehörten sie nun zur Amtsfeuerwehr der Bürgermeisterei Sellerbach (Köllerbach).Antsbürgermeister Fritz Wüsten wurde der Chef der Feuerwehr und gleichzeitig auch Luftschutzleiter im Amt Sellerbach.

Die Amtsfeuerwehr wurde in die Löschzüge 1 und 2 Köllerbach, 3 Herchenbach, 4 Walpershofen sowie 5 und 6 Riegelsberg gegliedert. Amtswehrführer in dieser Zeit war bis zu seinem Tod 1937, Fritz Schahn (Köllerbach). In der Folge übernahm Georg Serf (Köllerbach) die Führung der Amtsfeuerwehr bis zum erreichen der Altersgrenze im selben Jahr. Auf Vorschlag des neuen Amtsbürgermeisters Dr. Ernst Christmann, wurde Bezirksschornsteinfegermeister Alois Neuhaus als Amtswehrführer ernannt. Ihm folgte dann 1944 Alois Klein (Riegelsberg).

1937 bekam Riegelsberg sein erstes Löschfahrzeug. Ein LF 8 von Magirus mit 800 Liter starker Pumpe. Das Fahrzeug wurde später im Krieg der Einsatzbereitschaft Saarbrücken mit 11 weiteren Fahrzeugen zugeteilt. Es wurde überregional in der Kriegzeit eingesetzt. 1943 ging dieses Fahrzeug dann nach Köllerbach, Riegelsberg erhielt von der Regierung ein größeres LF 15 ( mit 1500 Liter leistnder Pumpe) und Walpershofen einen Tragkraftspritzenanhänger samt Leistungsstarker Pumpe (800 Liter). Im gleichen Jahr wurde in Walpershofen auch eine Sirene installiert. In Köllerbach und Riegelsberg waren bereits Sirenen auf den Amtsgebäuden vorhanden.

Am 1. September 1939 begann dann schließlich der zweite Weltkrieg. Hitler erklärte Polen den Krieg und begann mit einem großen Angriff auf unser Osteuropäisches Nachbarland somit den 2. Weltkrieg. Auch etliche Riegelsberger und Walpershofer wurden noch am gleichen Tag zum Kriegsdienst in der Wehrmacht einberufen. Etliche folgten ihnen in den nächsten Wochen und Monaten. Darunter auch sehr viele Feuerwehrangehörige. Sehr viele sollten nie wieder zurück kehren.

Bereits Monate zuvor begannen auch in Riegelsberg und Walpershofen bereits die taktischen Vorbereitungen zum Krieg. Es wurden mehrere Personen, darunter auch Jugendliche teilweise sogar Kinder, als Luftschutzhelfer in den Ortsteilen ausgebildet. Weibliche Jugendliche wurden vornehmlich im Sanitätsdienst ausgebildet und etliche männliche Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren ( später sogar noch jünger) in der sogenannten HJ – Feuerwehr „rekrutiert“ . Man wollte hierbei sicherstellen, daß wenn der Krieg ausgebrochen ist und alle Erwachsenen Männer im Krieg auf den Schlachtfeldern kämpften, das im Ort sowohl der Luftschutz, Sanitätsdienst und auch der Brandschutz weiterhin sichergestellt waren. Im gesamten Köllertal wurden mehrere hundert Luftschutzhelfer und über 700, ausschließlich männliche, HJ- Feuerwehr Jugendliche ausgebildet. Etliche von ihnen wurden zum Ende des Krieges ebenfalls in die Wehrmacht einberufen.

Die Luftschutzübungen begannen bereits im Frühjahr 1939, meist auf den Schulhöfen der Schulhäuser. Bereits 5 jährige Kinder lernten dort den Umgang mit der sogenannten Volksgasmaske und den richtigen Einsatz mit Feuerpatsche und Sandeimer. Die Keller der Schulhäuser wurden als Schutzräume für Bombenangriffe ausgewiesen. Später entstanden in beiden Ortsteilen aber auch noch weitere Schutzräume oder Behelfsschutzräume in Kellern von größeren Gebäuden. Auf private Initiative der Bevölkerung, wurden auch etliche Schutzstollen extra gegraben und eingerichtet. Im weiteren Kriegsverlauf sind auch immer mehr Kellerräume in Wohnhäusern provisorisch zu Luftschutzräumen ausgebaut worden. In Walpershofen mussten die Luftschutzhelfer bis zum Bau der ersten Sirene (1943) auf dem Dach des Schulhauses in der Herchenbacher Straße, entweder mit Signalhorn oder mit Handsirene die Bevölkerung warnen. So wurde übrigens die Feuerwehr bis zur Sirenenalarmierung immer alarmiert. Die Feuerwehr hatte sogar mehrere eigene Hornisten in ihren Reihen, die mit ihrem Signalhörnern Alarm schlugen wenn die Feuerwehr gebraucht wurde. Für uns heute unvorstellbar.

Die HJ – Feuerwehr wurde an den Leitern und den Feuerspritzen ausgebildet. Die Jugendlichen wurden so bereits langsam auf Befehl und Gehorchen erzogen. Sie sicherten in den Kriegsjahren im Köllertal dann den Brandschutz. Später, als sie alt genug waren, wurden auch sie meist zum Kriegsdienst herangezogen.

Am 16.7.1944 gab es irrtümlich einen großen Bombenangriff auf den Stumpen und Walpershofen. Die Jagdbomber dachten, sie wären bereits über Saarbrücken und warfen knapp 200 Bomben auf den Stumpen und hauptsächlich über Walpershofen (am Fuße des Kurzenberg) ab. Drei Wohnhäuser in der Kirchstraße (heute Rotenbergstraße) und Kurzenbergstraße wurden hierbei erheblich durch Einschläge beschädigt. Wie durch ein Wunder wurde niemand getötet bei diesem Angriff. Drei Feuerwehrleute zogen sich aber Blessuren bei diesem Einsatz zu.

Für die Feuerwehr und insbesondere für die Jugendlichen keine einfachen Jahre. Etliche ihrer Freunde und Kameraden kamen im Krieg ums Leben. Nach dem Krieg musste sich die Feuerwehr erst einmal wieder neu organisieren.

Damals wie heute, arbeiten wir stets nach unserem Wahlspruch:

Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr!

Die Feuerwehr Riegelsberg im Wandel der Zeit

Immer Mittwochs wollen wir Ihnen gerne ein paar Einblicke geben auf Fotos aus unserem Foto Archiv.

Wir wollen Ihnen so, unsere Historie und die Veränderungen bei der Feuerwehr Riegelsberg, im Laufe der Zeit etwas erläutern.

In den langen Chroniken der Freiwilligen Feuerwehren aus Riegelsberg und Walpershofen finden sich viele, teilweise Spektakuläre Unfälle mit LKW’s, zu denen die Feuerwehr ausrücken musste. Heute in unserem Beitrag erinnern wir an einige Ereignisse, von denen auch Bildmaterial vorhanden ist.

Am 26.6.1956 verunfallte auf der Köllerbachbrücke in Walpershofen auf glatter Straße ein LKW. Er kam von der Straße ab, durchbrach das Brückengeländer und das Fahrzeug landete anschließend in der Köllerbach. Die herbeigerufene Feuerwehr konnte den Fahrer leider nur noch Tod aus seiner Fahrerkabine Bergen. Ein schwerer Einsatz für die Feuerwehr, leider mit dramatischem Ende.

Am 17.7.1969 verunfallte ein Tanklastwagen, voll beladen mit Kerosin, der US Streitkräfte in Riegelsberg. Das Fahrzeug verunfallte auf der Saarbrücker Straße, krachte in das Verwaltungsgebäude der Brauerei Gross, stürzte um und das Kerosin aus den Tankkammern lief aus. Hier kann man aufgrund des massiven Auslaufens des Kerosins, von einem riesen Glück im Unglück sprechen. Das es nicht zu einer Explosion kam, ist dem schnellen Eingreifen der Feuerwehr zu verdanken. Großflächig wurde die Unfallstelle eingeschäumt und so eine Explosion im Ortszentrum von Riegelsberg verhindert. Teilweise mussten auf der Anfahrt befindliche Fahrzeuge, durch das den Berg bereits herunterlaufende Kerosin fahren. Die Presse titelte in Erinnerung an diesen Unfall Jahrzehnte später: “ Riegelsberg entging nur knapp einer Katastrophe.“

Am 26.6.1978, stürzte in Walpershofen auf der L 136 ( Heusweiler Straße), in einer scharfen Kurve, ein mit Heizöl beladener Tankwagen um. Es trat Heizöl in großen Mengen aus. Teilweise gelangte das Öl auch über die Kanalisation in die Köllerbach. Die Feuerwehr verhinderte ein weiteres Austreten, in dem das Öl aufgefangen und anschließend in einen leeren Tankwagen umgepumpt wurde. Auf der Köllerbach mussten mehrere Ölsperren ausgelegt werden. Der Fahrer des LKW wurde verletzt in eine Klinik eingeliefert.

03.01.2000 Umgestürtzter LKW auf der A1 bei Riegelsberg. Mitten in der Nacht verunfallte ein mit Fleischwaren beladener LKW, auf gerader Strecke der Autobahn. Der LKW kam von der Straße ab, durchbrach mehrere Meter Leitplanken sowie ein riesiges Schild und stürzte anschließend die Brücke ( die über die Abfahrt Riegelsberg Süd führt) herab. Die Feuerwehr befreite den schwerst verletzten Fahrer aus seiner Kabine. Anschließend wurde der komplette Anhänger ausgeräumt und das Fahrzeug mit zwei Autokränen Spektakulär geborgen.

Damals wie heute, arbeiten wir stets nach unserem Wahlspruch:

Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr!

Die Feuerwehr Riegelsberg im Wandel der Zeit

Ab heute werden wir jeden Mittwoch Abend ein paar Fotos aus unserem Foto Archiv hochladen.

Wir wollen Ihnen so unsere Historie und die Veränderungen bei der Feuerwehr Riegelsberg etwas erläutern.

Den Anfang machen wir heute, mit Fotos von unserer Mannschaft im Jahr 1973.

Die Feuerwehr Riegelsberg feierte 1973 ihr 75 jähriges bestehen. Erich Groß war zu dieser Zeit amtierender Amtswehrführer. Die Feuerwehr Riegelsberg, hatte damals noch die Bezeichnung, Freiwillige Feuerwehr Amt Riegelsberg. Die damalige Amtsfeuerwehr, war in die Löschzüge Riegelsberg, Walpershofen und Von der Heydt gegliedert.

Nach der Gebiets- und Verwaltungsreform 1974 lautete der Name schließlich, Freiwillige Feuerwehr Gemeinde Riegelsberg. Aus den drei Löschzügen wurden zwei Löschbezirke. Löschbezirk 1 Riegelsberg und 2 Walpershofen. Der Löschzug Von der Heydt, wurde aufgelöst und der Ortsteil Von der Heydt, gehörte künftig auch der Landeshauptstadt Saarbrücken an. Der neue Bürgermeister der Gemeinde Riegelsberg, Herr Walter Wagner, ernannte dann 1974 die neu gewählten Löschbezirksführungen und die Wehrführung der Feuerwehr Riegelsberg.

Im Löschbezirk Riegelsberg wurde Wilhelm Nalbach zum Löschbezirksführer ernannt und Herrmann Lehberger zum Stellvertreter.

In Walpershofen wurde Manfred Altpeter zum Löschbezirksführer ernannt und Friedrich Jacquard zum Stellvertreter.

Wehrführer wurde der wiedergewählte Erich Groß, sein Stellvertreter wurde Manfred Altmeyer.

Damals wie heute, stets nach unserem Wahlspruch:

Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr!

Nachruf Bürgermeister a.D., Dr. Norbert Holzer

Der ehemalige Bürgermeister der Gemeinde Riegelsberg und „Chef der Wehr“, Dr. Norbert Holzer, verstarb am gestrigen Mittwoch im Alter von 71 Jahren, kurz vor seinem 72. Geburtstag, in einem Krankenhaus in Saarlouis.

Dr. Holzer hat in seiner 10 jährigen Amtszeit (1981-1991) die Freiwillige Feuerwehr Riegelsberg nachhaltig geprägt. Nach seiner Amtszeit blieb er der Feuerwehr stets verbunden. Die gesamte Freiwillige Feuerwehr Riegelsberg ist zutiefst erschüttert über seinen plötzlichen Tod. Wir wünschen seiner Familie und seinen Angehörigen viel Kraft diesen schweren Verlust zu verkraften.

Für die Freiwillige Feuerwehr Riegelsberg, Volker Klein, Wehrführer.